Kaschmirischer Śivaismus

Die Philosophie des Bewusstseins

 

 

Philosophie und Meditations Seminare

Es war die monistische Schule des Kaschmirischen Śivaismus, welche die Gesamtheit der tantrischen Literatur und die der klassischen indischen Systeme Ende des 12. Jh. in einem Konzept hat kulminieren lassen – und zwar in der Lehre des »Bewusstseins«. Dabei setzt diese Philosophie die Begrifflichkeit »Bewusstsein« mit der Begrifflichkeit »Seele« oder gar »Mantra« gleich. Ein jeder Gedanke, eine jede Empfindung, so diese Schule, ist in ihrer Essenz reines Bewusstsein und eine Einladung, das eigene reine Ich zu betreten: durch ein zunehmendes Verstehen der Vorgänge unseres eigenen Bewusstseins.

Obgleich sie eine theistische Schule ist, begegnet sie dem Praktizierenden an seinen eigenen spirituellen Wurzeln und erklärt den Überbau aller darin stattfindenden Vorgänge im Lichte einer universellen und zur Perfektion gereiften Bewusstseinsphilosophie. Sie ist für den modernen Menschen zutiefst geeignet.

Diese Seminare sind eine offene Einladung an alle, die eine der wunderbarsten Philosophien kennen lernen wollen:

Parāyantra.jpg
 

 

Zoom Vimarśa

Neu! Zoom Sangha

Offener Satsang zum gemeinsamen Reflektieren 
- Beginn Mitte Juni

Herz der Wiedererkennung

Pratyabhijñāhṛdaya

27. & 28. Juni Stuttgart

26. & 27. September Stuttgart

Bewusstsein als Zeit
Kālacakra
12. & 13. September Zürich

10. & 11. Oktober München

Schwingung des Bewusstseins

Spandasandoha

7. & 8. November München

28. & 29. November Zürich

Der Yoga des Kaschmirischen Śivaismus

Philosophie und Meditation

31.10 & 1.11 Frankfurt

 

कालचक्र
Kālacakra

Bewusstsein als Zeit

Dieses Seminar behandelt den Kreislauf des Atems und den Kreislauf der Zeit. Als die Dynamik von Bewegung und Ruhe, Werden und Sein, lehren beide die Einheit des Bewusstseins. Ebenso wie der Körper der Inbegriff von Raum ist, in welchem sich alle Welten wieder spiegeln, ebenso ist der Atem ein Inbild der Zeit, denn in ihm finden alle Kreisläufe statt. Abhinavagupta behandelt dieses Thema im sechsten Kapitel seines Tantrāloka. Mein verehrter Lehrer Dr. Mark Dyczkowski arbeitet gegenwärtig an einer textkritischen Edition mit Übersetzung und Erläuterung dieser wichtigen Yoga-Schrift.

Die Verehrung der Zeit war auch die Verehrung der großen Göttin Kālī. Mit Gruppierungen wie den 12 Kālis wurde der eine Wahrnehmungsmoment in 12 metaphysische Abschnitte unterteilt, wir finden ihn im vierten Kapitel des Tantrāloka besprochen. Diesen Koginitiven Yoga üben wir atmend.  


Thematisch schließt unser Seminar den Kreis mit meiner Trika Seminar Serie des vorhergehenden Jahres, ganz im Sinne des Atharvaveda, (Prāṇasūkta 11, 4, 1) wenn er den Atem des Lebens besingt: Verehrung sei Prāṇa, durch den das ganze Universum kontrolliert wird. Er ist der Herr von allem, alles findet sich in Ihm angebracht.

In diesem Seminar verehren wir den Atem, verehren die Zeit in den Zyklen unseres eigenen Bewusstseins, dabei wird der äußere Diskurs durch zunehmend länger werdende Praxisteile verinnerlicht. Ein begleitendes Handout wird ausgeteilt.

Seminar München

Termin:

10. & 11. Oktober 2020

Zeiten:

Sa. 9.00 - 17.00 Uhr
So. 8.00 - 14.00 Uhr

Veranstaltungsort:
Kunstraum Wild
Amalienstraße 41
80799 München

Seminargebühr:
130 €

Anmeldung und Information:
Mail an
yoga@viveknath.de

Seminar Zürich

Termin:
12. & 13. September 2020

Anmeldung und Information:

Mail an jacqueline@yogaseefeld.ch

yogaseefeld.ch

 

प्रत्यभिज्ञाहृदय

Pratyabhijñāhṛdaya

Das Herz der Wiedererkennung

  

Das reine Wiederentdecken der eigentlichen göttlichen Identität als des Menschens Wesenskern fand innerhalb des Kaschmirischen Śivaismus mit der Pratyabhijñā Schule einen eigenen Ausdruck. Abseits der Komplexität yogischer Werkzeuge, wie Āsana, Prāṇāyāma, Dhyāna und Pūjā etc. behandelt sie die reine Identifikation mit dem Herrn. Obgleich unser Text nur über 20 Sūtren verfügt und eine relativ einfache Abhandlung des Themas darstellt, finden wir in der Pratyabhijñā-Schule die komplexesten philosophischen Texte zur Seinslehre des Herrn, wie sie einerseits vom tantrischen Hinduismus belegt, und gleichzeitig die buddhistischen Lehren im widerlegen. Als einen neuen, ''Werkzeugfreien'' Weg in die Befreiung, wurde sie von dem kaschmirischen Heiligen Somānanda (ca. 825 – 900 n.Chr.) begründet. Utpaladeva nannte sie, verglichen mit dem gewöhnlichen Yogawerkzeug, einen einfachen Weg in die Befreiung. Unser hier vorliegender Text, „Das Herz der Wiedererkenntnis” mitsamt Kommentar stammt von Abhinavaguptas Schüler Kṣemarāja, der es ca. 1000 n. Chr. in Kaschmir verfasste. Die Sūtras behandeln die alleinschließende Wahrheit der Realität und erklären die Ursache des Leidens, ebenso wie den Weg in die Befreiung.

 

Obgleich ein philosophisch anspruchsvolles Thema, bilden diese zwei Wochenenden eine exzellente Einführung in den Kaschmirischen Śivaismus, ebenso wie eine Vertiefung für ältere Schüler. Der Ausgangspunkt indischer Philosophie ist immerzu die Stille, wir werden den Text mitsamt Kommentar studieren und in der Stille einüben. Im gewohnten Umfang werden wir den Geist anregen, um dann in kontemplativer Stille das Selbst zu weiten.

Wir werden über die zwei Seminare hinweg alle 20 Sūtras behandeln. Beide Seminare können jedoch auch einzeln besucht werden, denn der Text, ebenso wie auch die Philosophie- und Meditationsanschauungen werden jeweils in ihrer Gesammtheit aufgenommen. Ein umfangreiches Handout begleitet.

Jeder ist zu dieser wahrhaften Reise eingeladen.

Seminar Stuttgart

Termine:
27. & 28. Juni 2020

26. & 27. September 2020

Zeiten:
Sa. 9.00 - 17.00 Uhr
So. 9.00 - 14.00 Uhr

Veranstaltungsort:
Yogaschule Anisha
Gutenbergstr. 56
70176 Stuttgart

Seminargebühr: jeweils 130 €

Anmeldung und Information:

Ausschreibung AnishaYoga
Mail an yoga@viveknath.de

 

स्पन्दसंदोह

Spandasandoha

Die Essenz der Schwingung des Bewusstseins

Spanda ist ein Begriff für die wonnenhafte Verbindung zwischen zwei Entitäten, dem Licht prakāśa und der Reflektion vimarśa. Spanda Saṁdoha bedeutet wortwörtlich „die Butter oder das Milchfett des Melkens von Spanda,” oder umschrieben, die „Essenz der Schwingung des Bewusstseins”. Sie ist ein Kommentar der Spandakārikā, dem wichtigster Grundlagentext der Spanda-Schule, welche eine der drei philosophischen Schulen ausmacht, aus welchen der Kaschmirische Śivaismus durch Abhinavagupta geformt wurde. Als eines der frühen Werke von Kṣemarāja (11. Jh.), Abhinavas Meisterschüler, behandelt sie nur deren ersten Vers, kommentiert hierbei allerdings alle 52 Verse. Der Text ist nicht sehr lang und wir werden Zeit haben, seinen Inhalt in angeleiteter Stille zu üben und zu vertiefen. Dieses Seminar ist eine offene Einladung zu erleben, wie Gott sich dem Menschen durch die Dynamik der Kräfte des eigenen Bewusstseins offenbart. Dabei erleben wir die Freiheit svatantrā, welche entsteht, wenn sich das eigentliche Subjekt in seinem Kontrast zur Welt der Objekte herauskristallisiert. Ein begleitendes Handout wird ausgeteilt.

ySyaeNme;inme;a_ya< jgt> àlyaedyaE,

t< zi´c³ivÉvàÉv< z»r< Stum>.

 

yasyonmeñanimeñäbhyäà jagataù pralayodayau |

taà çakticakravibhavaprabhavaà çaìkaraà stumaù ||

 

 

 

Wir verehren Śaṅkara, den herrlichen Ursprung der Kreisläufe der Kräfte,

durch dessen Expansion (unmeṣa) und Zusammenziehung (nimeṣa),

dem Öffnen und Schließen seiner Augenlieder, das Universum entsteht

und zusammenzieht, bzw. erscheint und wieder verschwindet.

Die Spandakārikā ist aus gewisser Warte eine Art Kommentar des Śivasūtra, wobei das Śivasūtra den Licht-aspekt behandelt und die Spandakārikā dessen Reflektion, die Dynamik oder Schwingung des Bewusstseins.

 

„Das Spiel der Gegenüberstellung als Polarität ist selbst das Absolute,

die höchste Form von Spanda.”

 

 

Seminar München

Termine:

7. & 8. November 2020

Zeiten:
Sa. 9.00 - 17.00 Uhr
So. 8.00 - 14.00 Uhr

Veranstaltungsort:

Yogaschule Hrdaya

Goethestrasse 66

80336 München

Seminargebühr: 130 €

Anmeldung und Information:
Mail an
yoga@viveknath.de

 

 

Seminar Zürich

 

Termin:
28. & 29. November 2020

Anmeldung und Information:
Mail an jacqueline@yogaseefeld.ch

 

yogaseefeld.ch

 
 

In Frankfurt!
 

Der Yoga des Kaschmirischen Śivaismus

​​​Philosophie und Meditations Seminar

 

 

Die Bewusstseinsphilosophie des Kaschmirischen Śivaismus erlebte ihre Blütezeit zwischen dem 8. und 12. Jh. Als schon damals wertvollste Yoga-Philosophie, war sie jedoch bis vor 50 Jahren ganz von der Oberfläche verschwunden, ihre Wiederentdeckung verdanken wir unter anderem, Menschen wie meinem Lehrer Dr. Mark Dyczkowski. Es ist mir eine große Freude, diese besondere Yoga-Philosophie in Deutschland zu unterrichten.

 

Im Gegensatz zu den ''Entleerungphilosophien'', wie Advaita Vedānta, Sānkhya und Patañjali Yoga, mit welchen die Yoga-Bewegung im Westen fast ausschließlich Kontakt hatte, haben wir hier, sehr schön, eine Tantrische Philosophie, welche für den Haushälter gedacht ist, und nicht für Asketen und Entsagende.

Die Fülle ist ebenso ein Aspekt der Seele, des Bewusstseins, wie die Leere. So wird Meditation selbst zum Akt der Verehrung, im Prozess sich weitender Selbstreflektion, schließen wir alles mit ein.

- Der Zustand innerer Absorption wird Samādhi genannt, die Aufspaltung des Sanskritworts gibt Aufschluss über dessen Bedeutung: Präfix sam- komplett und ā- gut √dhā tragen, ''alles gut im Bewusstsein tragen''.

Wir finden in dieser Schule die eigentliche Schatzkammer der indischen Yoga-Meditation. Hierzu leiten wir den philosophischen Diskurs ein, lesen entsprechende Quellentexte, rezitieren gemeinsam, kontemplieren und meditieren in angeleiteten Stilleübungen den Inhalt dieser königlichen Yoga-Philosophie. Von Seminaranfang bis zum Ende werden hierzu immer weniger Anschauungen im äußeren Diskurs stattfinden, vielmehr lassen wir sie zunehmend mehr in einer angeleiteten, inneren Praxis aufgehen.

Dieses Einführungsseminar in den Kaschmirischen Śivaismus ist eine offene Einladung an alle, die eine der wunderbarsten Philosophien kennen lernen wollen. Ein begleitendes Handout wird ausgeteilt.  

Seminar Frankfurt

 

Termin:
31.10 & 1.11.2020

Anmeldung und Information:

yogasara.de

Vivek Nath  -  Sanskrit, Yoga und Indisches Ritual  -  mail: yoga@viveknath.de  -  Impressum